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Bonn-Schwarzrheindorf 416 inscriptions (1623-1956)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bns-4022
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bonn-Schwarzrheindorf, bns-4022: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bns-4022

Name

R Isaak Kahana Rapaport [13.03.1788]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏אוצר בלום צדיק יסוד עולם חסיד‏‎ ein verborgener Schatz, der Gerechte - das Fundament der Welt, ein fromm
‎‏ועניו הגאון אמתי אדונינו מורינו‏‎ und demütig, der überragende wahrhaftig Gelehrte, unser Herr, unser Lehrer
‎‏ורבינו מהור״ר יצחק בן הגאון‏‎ und unser Meister, unser Lehrer der Meister Herr Jizchak, Sohn des überragend großen
‎‏הגדול מה״ו צבי כהנא רפאפורט‏‎ 5 Gelehrten, unseres Lehrers, des Meisters Herrn Zwi Kahana Rapaport,
‎‏זצוק״ל אשר האיר עיני כל ישראל‏‎ das Andenken des Gerechten und Heiligen·sei zum Segen, der die Augen ganz Israels erhellte
‎‏בתשובותיו והוראותיו מקובל אמת‏‎ mit seinen Responsen und seinen Weisungen, ein wahrer Kabbalist,
‎‏איש אלהי וקדוש יאמר עליו נ[הל]‏‎ "Gottesmann" und "Heiliger" werde über ihn gesagt, er leitete
‎‏ישיבה והרביץ תורה בישראל [היה]‏‎ das Lehrhaus und lehrte Tora in Israel, war
‎‏אב״ד ור״מ פה ק״ק בונא במדינות‏‎ 10 Vorsitzender der Gerichtsbarkeit und Leiter des Lehrhauses hier in der heiligen Gemeinde Bonn, der Landjudenschaft
‎‏קלוניא וגליל ארינשבורג ששה‏‎ Kölns und der Region Arensburg sech-
‎‏עשר שנים ונתבקש לישיבה של‏‎ zehn Jahre; er wurde gebeten in das Lehrhaus der
‎‏מעלה ביום ד׳ ג׳ אדר שני תקמ״ח לפ״ק‏‎ Höhe am Tag 4, 3. des zweiten Adar 548 nach kleiner Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 13.03.1788
Zl 2a: bGit 67a - über Rabbi Akiwa gesagt.
Zln 2b/3a: Spr 10,25.
Zl 6: Ein bedeutender und verehrter Mensch, Gelehrter oder Märtyrer.
Zl 8: 2 Kön 4,9 vom Propheten Elischa; Ps 90,1, von Mose gesagt.
Zln 12b/13a: bBM 86a, die "himmlische Akademie".

Beschreibung

Maße 103x73x13 cm
Steinform Stele
oberer Abschluss Karniesbogen
Beschreibung Hochrechteckige flachbogig abschließende Stele. Links und rechts von Zeile 1 Reste reliefierter Hände des Kohen. Je zwei schräggestellte Doppelstriche als Worttrenner. Alef-Iamed-Ligaturen. Zeilen 6-7 und 9 erinnern an die in den Memorbüchern für die Großen Israels anzutreffenden Formulierungen. Vgl. auch den Stein C2, 55 der 1751, was als Vorlage gedient zu haben scheint.
Schrift vertieft
Symbol Segnende Hände

Zur Person

R. Jizchak stammte aus Wallerstein in Württemberg und war der Sohn von R. Zwi Kahana Rapaport und Elke (beide im Memorbuch von Wallerstein gerühmt, s. Stern S. 43). Er war zunächst in Lissa bei Posen tätig und folgte später seinem Vater als Oberrabbiner in Wallerstein (Brisch 11, S. 145).
Das Memorbuch von Wallerstein rühmt seinen Gerechtigkeitssinn und seine Mildtätigkeit. Während seiner Amtszeit als Oberrabbiner und Lehrhausleiter widmete er sich ständig dem Studium der "lauteren Lehre des Ewigen" und der Unterweisung von Schülern darin (Stern S. 43 und Inschrift, Zeilen 8 - 10). Von 1772 bis zu seinem Tode 1788 amtierte er als Oberrabbiner für Kurköln und Westfalen ("Arensburg"). Auch das Deutzer Memorbuch preist seine Mildtätigkeit und seine Fürsorge für die Gemeinden (Jellinek S. 66). Infolge der Flutkatastrophe von 1784 herrschte große Not in der Deutzer Gemeinde; auch die Synagoge war zerstört. Rapaport erließ Spendenaufrufe an alle Gemeinden. Die Resonanz war groß und so konnte die Not gelindert werden (Copenhagen, Bechi Neharot S. 14bf). Die neuerrichtete Synagoge konnte zwei Jahre später eingeweiht werden (Brisch 11, S. 145).
Das Deutzer Memorbuch preist seine Gelehrsamkeit auch in der Kabbala (Jellinek S. 66 und Inschrift, Zeile 7), was Schimon Copenhagen in seiner "Fluten klage" ebenfalls heNorhebt13 (Bechi Neharo, S. 14b).

Zur Familie

Bruder (und Amtsnachfolger): R. Simcha Bonem (bns-4057)

Quellen / Sekundärliteratur

MBB 16b (29 Zeilen kleinster Schrift)
Mosche Stern (Hrsg.), Memorbooks written during the 16th to the 19th century, Jerusalem 1941 (hebr.)
Schulte S. 560, 14
Jellinek, S. 66f.
Brisch 11, S. 145 - nach Copenhagen und Jellinek Schimon Copenhagen, Bechi Neharot

Fotografien

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Andreas Hemstege

heutiges Foto
1989-90
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bonn-Schwarzrheindorf, bns-4022
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bns-4022
(last modified - 2013-02-21 14:39)

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