Aus Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

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Ort der Stille und des Lebens - Online

Zum Abschluss der Dokumentation des ältesten aschkenasischen Friedhofs in Hamburg

Auf dem Friedhof an der Königstraße in Altona, der den Juden der Elbstädte zwischen 1611 bis 1878 als Begräbnisstätte diente, befindet sich die wohl größte Versammlung frühneuzeitlicher jüdischer Grabmale in Deutschland. Dieses Kulturerbe Hamburgs, lange Zeit Verwüstungen, Vandalismus, Vernachlässigung und Umweltschäden anheim gegeben, wurde mit der Einweihung eines Besucherzentrums, dem „Eduard Duckesz-Haus“, am 29. November 2007 zu einer regional anerkannten und kulturtouristisch erschlossenen Sehenswürdigkeit. Gleichzeitig hat die Internet-Seite des Sal. L. Steinheim-Instituts einen universalen Zugang zu diesem „Haus des Lebens“ eröffnet. Ohne sich dem wechselhaften Hamburger Wetter auszusetzen, können Internet-Teilnehmer/innen fortan vom eigenen Schreibtisch aus die 5.923 Grabsteine und Steinbruchstücke des aschkenasischen Teils im Bild, im hebräischen Text und in kommentierter deutscher Übersetzung studieren und durchforschen.


Selten hat die deutsch-jüdische Epigraphik eine derart umfangreiche Dokumentation aus einem einzigen Friedhof zusammengefügt. An Umfang vergleichbar sind nur die im späten 19. Jahrhundert vorgenommenen, jedoch unveröffentlicht und unübersetzt gebliebenen Erhebungen der hebräischen Inschriften auf den alten Friedhöfen von Prag (11.633 Texte) oder Berlin (2.799), letzterer wurde unter der Hitlerdiktatur völlig zerstört.


In der weiträumigen Zusammenschau von Grabkunst und Inschriften jüdischer Friedhöfe dieser Größenordnung ist zu entdecken, wie sehr jeder von ihnen sein eigenes Profil zeigt, drückt er doch die geographische, soziale und kulturelle Besonderheit der um ihn lebenden Gemeinde aus, nimmt deren vergangenes Leben auf und empfiehlt es nach wechselnden kulturellen Formen dem ehrenden Gedenken an. Unverwechselbar hat auch das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinde der Elbstädte, die um die Wende zur Moderne die größte Deutschlands war, seinen Niederschlag auf ihrem Friedhof gefunden. Der Friedhof - vor den Toren der Freien und Hansestadt auf ehemals dänischem Territorium gelegen - spiegelt auch die Beschränkungen wieder, die der Senat den Hamburger Juden während der Frühneuzeit auferlegte. Im toleranten dänischen Altona lagen die Hauptsynagoge, das Oberrabbinat und der Friedhof der bis 1812 bestehenden aschkenasischen „Dreigemeinde Altona-Hamburg-Wandsbek“.


Die Unterschiede der beiden Hauptkulturen des frühneuzeitlichen Judentums, der aschkenasischen und der sefardischen, werden auf den 1,9 ha Friedhofsfläche optisch-visuell erfahrbar wie wohl nirgends sonst. Denn kaum hatten 1611 die Hamburger portugiesischen Juden das Grundstück erworben, begannen auf dem angrenzenden Gelände einige Jahre später die nach Altona zugewanderten Aschkenasim ihre Toten zu bestatten. Bis zur Schließung des Friedhofs im Jahr 1869 dauerte die ungewöhnliche Nachbarschaft. Das Areal der Sefarden mit seinen liegenden Marmorplatten, seinen mehrsprachigen Inschriften und seinem oft figürlichen Reliefschmuck ist heute auf zwei Seiten umgeben von dem größeren aschkenasischen Gräberfeld: Hier stehen Reihen aufrechter monumentaler Stelen mit gediegener hebräischer Schriftkunst und aufwendiger Ornamentik, ihre barock geschwungenen Umrisse manchmal mit kunstvoll gemeißelten Umhängen umkleidet. Erlesen gereimte Grabpoesie ergeht sich in gelehrten Anspielungen auf biblisch-talmudische Texte. Im Zusammenklang zeigt sich eine komplexe Sprache von Formen und Inhalten, die die Kontraste der jüdischen Hafengesellschaft differenziert abbildet, über eine Zeitspanne von 250 Jahren immer neu variiert, und die durch die lange Kontinuität mancher Familiendynastien und Geschmacksphänomene uns beeindruckt.


Der Friedhof an der Königstraße hat die Jahre der Verfolgung und Vernichtung besser überstanden als andere alte jüdische Großfriedhöfe, ja sogar besser als viele der Bauwerke Hamburgs aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Nach dem Stadtbrand, den Hafenerweiterungen und den Luftangriffen gibt es nur noch wenige Originalbauten, an denen der besondere regionale Barockstil der Elbstädte heute noch so variationsreich und prachtvoll zu entdecken wäre wie auf ihrem Altonaer jüdischen Friedhof.


Die Erforschung und Dokumentation des Friedhofs an der Königstraße kann nun durch eine reiche archivalische Parallelüberlieferung vertieft werden. Die älteste Quelle ist das von 1715-1855 geführte hebräische Begräbnisregister oder „Sefer ha-Sichronot“; 1874 wurde außerdem ein topographisches Gräberverzeichnis oder „Grabbuch“ angelegt. Beide Inventare sind verloren, und müssen indirekt durch Abschriften erschlossen werden. Vom Grabbuch ist ein alphabetischer Namensindex erhalten, den der Rabbiner und Volkskundler Max Grunwald 1904 in Auszügen veröffentlichte. [1] Zahlreiche Abschriften von Epitaphien veröffentlichte Eduard Duckesz. [2] Eine außergewöhnliche Quelle ist die ab 1942 vorgenommene vollständige fotografische Erfassung des Friedhofs.


Der Erhaltungs- und Dokumentationszustand ist sehr unterschiedlich für die drei Teile, in die der Friedhof administrativ zerfällt. Auf dem sefardischen Teil sind von ehemals 1.806 Steinen heute noch etwa 1.600 in situ zu finden. Entsetzlich zugerichtet ist indes der benachbarte Hamburger Teil, wo über eine kurze Zeit nach der Trennung der Dreigemeinde (von 1812 bis 1835) die nun eigenständig gewordene aschkenasische Gemeinde Hamburgs ihre Toten beisetzte. Dieser Teil, der einst 668 Steine umfasste, wurde Ziel der frühesten Zerstörungsmaßnahmen der Nationalsozialisten; man ließ Jugendliche dort einen Fußballplatz anlegen. Als 1942 die Fotoaufnahmen begannen, war die Fläche längst verwüstet. Allenfalls Reste von Grabmalen und Grabumgrenzungen finden sich heute unter der Grasnarbe oder auf angrenzenden Flächen.


Der (übrige) aschkenasische Teil ist mit nahezu 6.000 Grabbuchnummern der weitaus größte der drei, denn er war zwei Jahrhunderte lang der zentrale Friedhof der Dreigemeinde und wurde 1812-1871 von der Altonaer Gemeinde weiter genutzt. Kriegs- und Witterungsschäden haben auch hier viele Grabmale zerstört oder unlesbar gemacht. Auf den jüngsten Teil des Friedhofs fiel eine Fliegerbombe, riss einen tiefen Trichter in den Boden und zerstörte viele Grabsteine. Das Ausmaß der Verluste musste nicht zuletzt wegen des dichten Bewuchses lange Zeit unklar bleiben.


Am Anfang des Duisburger Dokumentationsprojekts stand eine Schätzung von 1999, die von fünftausend vollständigen Steinen und tausend Bruchstücken ausging. Dies erwies sich als zu optimistisch: es ließen sich nur etwa viertausend Einträge des Grabbuchs mit heute noch lesbaren Steinmalen identifizieren. Und auch diese viertausend Steine sind zum Teil in einem desolaten Erhaltungszustand; 447 von ihnen mussten aus je zwei bis sieben Bruchstücken virtuell am Computer zusammengesetzt werden. Aberhunderte Schriftfragmente konnten wegen Abbruch der Namen nicht zugeordnet werden, fast tausend sind vollends schriftlos. Mehr als 1.500 Grabmale sind nur noch dank der historischen Fotos bekannt.


Der Anteil der verlorenen oder anonymisierten Grabmale ist starken topographischen Schwankungen ausgesetzt. Er beträgt nur etwa 13 Prozent an der Nordmauer, aber fast 40 Prozent auf der großen Fläche an der Westseite, wo auch die Bombe traf, und 53 Prozent auf dem zentralen Teil, wo die NS-Behörden zeitweise den Bau einer Baracke für Zwangsarbeiterinnen vorbereiteten. Was die Hamburger Grabmale vor der auch hier bereits vorgesehenen Zerstörung durch die Gewaltherrschaft rettete, war neben ihrer schieren Menge vielleicht nur ihr Alter und ihre eindrucksvolle Gestaltung. Wie es heißt, erreichte ein Hamburger Notar den Aufschub des Vernichtungswerks, indem er die Grabmale als erhaltenswerte „Zeugen deutscher Bildhauerkunst“ darstellte. Die im Oktober 1942 begonnene „Sicherung“ per Fotodokumentation, angeordnet durch Senator Hans W. Hertz, folgte anscheinend weniger kunstgeschichtlichen als vielmehr genealogisch-rassistischen Beweggründen im Sinne des „Reichssippenamts“. [3]

Nach dem Krieg ließ Hertz sie durch dieselben beiden Fotografinnen, diesmal unter konservatorischen Gesichtspunkten, bis 1954 zu Ende führen. Die Filme wurden im Staatsarchiv eingelagert, der Friedhof 1960 unter Denkmalschutz gestellt.


Die erste Anregung zu einer Dokumentation des Friedhofs ging 1972 von Peter Freimark aus, dem damaligen Leiter des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden. 1975 wurden zwei israelische Mitarbeiter des Instituts damit beauftragt, hebräische Grabinschriften von den historischen Fotos auf Karteikarten abzuschreiben. Die Bemühungen waren angesichts des enormen Umfangs des Materials und seines Anspruchs zum Scheitern verurteilt. Selbst der Lageplan des Geländes und aller seiner Monumente, den E. Buchholz 1986-1990 im Auftrag des Denkmalschutzamts der Kulturbehörde erarbeitete, führte die Autorin an die Grenzen des Machbaren. Auf seiner Basis versuchte Gaby Zürn sodann eine Rekonstruktion der historischen Friedhofsbelegung; ihr Werk blieb aber ebenfalls unvollendet.


Im Bewusstsein, dass eine systematische Planung und solide Finanzierung für ein Dokumentationsprojekt unerlässlich sein würden, wandten sich die Verantwortlichen des Hamburger Instituts 1997 an das epigraphische Team des Salomon Ludwig Steinheim-Instituts. Gemeinsam wurden Mittel der Hermann Reemtsma-Stiftung, der ZEIT-Stiftung, der Springer-Stiftung und der „Bundesstiftung Umwelt“ eingeworben. Die „Stiftung Denkmalpflege“, die diese Förderungsgelder koordinierte und verwaltete, sowie die beiden beteiligten Institute stellten das Projekt am 27. September 2000 in einer Hamburger Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. Zur Jahreswende wurde der Finanzierungsvertrag zwischen der Stiftung Denkmalpflege und dem Steinheim-Institut unterzeichnet. Etwa gleichzeitig schloss Michael Studemund-Halévy eine Dokumentation der sefardischen Inschriften ab, wobei ihm Dan Bondy, Mitarbeiter des Steinheim-Instituts, hebraistische Hilfe leistete. Eine Dissertation von G. Zürn erschloss lebensweltliche Aspekte des aschkenasischen Teils. Studemund-Halévy und Zürn verfassten überdies einen illustrierten Wegweiser für den Friedhof. [4]

Die Dokumentation des aschkenasischen Teils begann im April 2001. Bereits während der notwendigen Aufräumarbeiten bezog im Frühjahr 2001 Bert Sommer für vier Jahre den eigens auf dem Friedhof aufgestellten Container, um den nun schon bis zu 15 Jahre alten Friedhofsplan zu aktualisieren und dann zu digitalisieren. Parallel dazu waren ihm die Betreuung der Steinreinigung, der notwendigen Hebe- und Bergungsarbeiten und abschließend die Fotografie der Grabdenkmäler Stein um Stein anvertraut. Als aufwändig erwiesen sich die Ausleuchtung und objektparallele Ablichtung schwer lesbarer und insbesondere der zahlreichen liegenden und dabei bisweilen ungewöhnlich grossen Steine; Rückseitenbeschriftungen und verwitterte Bereiche erforderten zahlreiche Detailaufnahmen. Es zeigte sich, dass sich die Lage der Steine selbst im Vergleich zum Buchholz-Plan dermaßen geändert hatte, dass sie nach 1874 und 1986 nun zum dritten Mal neu nummeriert werden mussten. Ursache ist vor allem der Charakter der Friedhofsumgebung als sozialer Brennpunkt - eingedrungene Gruppen Jugendlicher haben immer wieder Grabsteine umhergeschleppt, um sie als Treppen oder als Begrenzungen ihrer Lagerfeuer zu benutzen. [5]


Zwölftausend Fotografien aus sechzig Jahren dienten als Grundlage für Transkriptionen und Übersetzungen der Inschriften. Unter Projektleiter Prof. Michael Brocke war Dan Bondy verantwortlich für diese Arbeitsschritte; auch mehrere freie Mitarbeiter wurden im Turnus mit Transkriptionsarbeiten betraut (Birgitta Bohn-Strauss, Ulrike Eichweber, Nathanja Hüttenmeister, Katrin N. Jansen, Ronald Kahn, Thorsten Mertens, Desirée Schostak, Monika Wehner). Von Thomas Kollatz wurde in der Programmiersprache TUSTEP für das Projekt eigens ein EDV-Programm entwickelt, das in der Vielfalt seiner automatischen Anwendungen und seiner Flexibilität mehrere inzwischen auch international gewürdigte Innovationen verwirklichte. So ermöglicht es dem Benutzer die Volltextsuche sowohl in hebräischer als in deutscher Sprache, sowie dem Bearbeiter die automatische Layout-Einrichtung der zahlreichen text-bildlichen Dokumentationsebenen, die Erstellung von Zitat- und Parallelstellennachweisen und schließlich die Rohübersetzung einer wachsenden Zahl von festen Formeln.


Im Mai 2006, fristgerecht nach fünf Jahren, wurde das Ergebnis in Hamburg überreicht: Es füllte im Computerausdruck nicht weniger als zwanzig Aktenordner. Für die Veröffentlichung musste selbstverständlich eine andere Publikationsform gefunden werden als die klassische gedruckte Friedhofsdokumentation. Sie wurde als Online-Präsentation aufbereitet, durchlief über ein Jahr eine interne Probephase und ist seit September 2007 allgemein zugänglich. Doch werden die Vorzüge einer traditionellen Buchpublikation nicht verschmäht: Ein großformatiger Bild- und Textband, der 2008 im Dresdner Verlag Michel Sandstein erscheinen soll, wird eine Auswahl repräsentativer oder bemerkenswerter Grabstätten dokumentieren. Der Textteil bietet zunächst eine allgemeine Einleitung, sodann Einführungen zu Topographie, Geologie, fotografischer Erfassung, Ästhetik, Symbolik und Poetik des Friedhofs. Exemplarische Studien sozial- und geistesgeschichtlicher Art beleuchten schließlich ausgewählte Aspekte des Friedhofs zu unterschiedlichen Epochen. Das Buch wird zudem alle Namen und Daten der Bestatteten auf DVD enthalten.


Das große Korpus der Hamburger Inschriften bietet Grundlagenmaterial ersten Ranges für Biographik und Prosopographie, Lokal- und Familiengeschichte. Die seriellen Quellen öffnen unerwartete Zugänge zur Entwicklung der jüdischen Gesellschaft, Kultur, Religion, Literatur und Kunst. Die Inschriftendokumentation im Zusammenhang mit der kunstgeschichtlichen Beschreibung schließt die subtilen Form-Inhalt-Zusammenhänge der Grabmale. Bei aller Konventionalität des epigraphischen Genre sprengen die Hamburger Inschriften doch überraschend oft die Routine, eine Originalität, die zum Teil der anspruchsvollen poetischen Gestaltung, zum Teil den findigen biblischen Anspielungen zu verdanken ist. Und nicht zuletzt werden wir lernen müssen, auf den Dialog der Steine mit ihren sefardischen Nachbarn zu hören. Im Vergleich mit unseren Friedhöfen fällt zum Beispiel auf, dass die Berliner Grabschriften ein schlichteres Hebräisch sprechen, vielleicht durch den Einfluss des neuen Sprachstils der Haskala beweglicher scheinen, während die Hamburger Grabschriften derselben Epoche mit ihrer Kombinatorik biblischer und traditioneller Versatzstücke formularhafter und traditioneller auftreten - vielleicht ist dies ein weiterer Ausdruck des ernsten, frommen, gewichtigen Selbstbewusstseins, das die jüdischen Kaufleute und Kauffrauen der Elbhäfen unter dem Jahrhunderte lang verlässlichen Schutz der dänischen Könige entwickeln konnten. red



1. Max Grunwald, Hamburgs deutsche Juden bis zur Auflösung der Dreigemeinde 1811, Hamburg 1904.


2. Eduard Duckesz, Iwoh Lemoschaw, enthaltend Biographien und Grabstein-Inschriften der Rabbiner der drei Gemeinden Altona, Hamburg, Wandsbeck (hebr.), Krakau 1903; Chachme AHW: Biographien und Grabsteininschriften der Dajanim, Autoren und der sonstigen hervorragenden Männer der drei Gemeinden Altona, Hamburg, Wandsbek (hebr.), Hamburg 1908; Zur Geschichte und Genealogie der ersten Familien der hochdeutschen Israeliten-Gemeinde in Hamburg-Altona. Anläßlich des 250jährigen Stadtjubiläums von Altona, Hamburg 1915.


3. Gaby Zürn, „Die fotografische Dokumentation von Grabinschriften auf dem Jüdischen Friedhof Königstraße/Altona (1942-1944) und ihr historischer Kontext“, in: Peter Freimark, Alice Jankowski und Ina S. Lorenz, Hrsg., Juden in Deutschland: Emanzipation, Integration, Verfolgung und Vernichtung, Hamburg 1991, S. 116-129.


4. Michael Studemund-Halévy, Biographisches Lexikon der Hamburger Sepharden: Die Grabinschriften des Portugiesenfriedhofs an der Königstraße in Hamburg-Altona, Hamburg 2000; Gabriele Zürn, Die Altonaer jüdische Gemeinde (1611-1873): Ritus und soziale Institutionen des Todes im Wandel, Hamburg 2001; Michael Studemund-Halévy und Gaby Zürn, Zerstört die Erinnerung nicht: Der Jüdische Friedhof Königstraße in Hamburg, Hamburg 2002, 2. Aufl. Hamburg 2004.


5. Bert Sommer, „Planquadrate und Barytpapier. Wie das Bet Chajim in Hamburg-Altona dokumentiert wird“, Kalonymos 4 (2001), Heft 4, S. 20-21.

The Jewish cemetery in Hamburg-Altona – compilation of an inventory and documentation

Begun in the early 17th century, the Jewish cemetery in Hamburg-Altona ranks among the world’s most important Jewish burial sites not only because of its size and age, but also on account of the historico-cultural value of its numerous gravestones. Some of the graves, like those of the famous 18th century rabbis and talmudists Jonathan Eybeschütz and Jacob Emden, attract a growing number of visitors. The “Guter Ort" ("good place”) at Königstrasse used to be divided into a Sephardic (Portuguese) and an Ashkenazic part; having been enlarged in the course of time, it now covers 1.9 hectares. Since 1869 it has not been in use any more. The number of stones that have been preserved is estimated at 6,400.

Due to studies by Dr. Michael Studemund-Halévy (Hamburg), the smaller Sephardic burial site has already been well documented. The Salomon Ludwig Steinheim Institute for German-Jewish History has taken over the task of conducting research into the Ashkenazic part of the cemetery, producing an inventory of and document the approximately 5,000 Ashkenazic epitaphs, most of which have been preserved. By means of an electronic database specially developed for this project, the Hebrew texts are first being edited and analysed in regard to names, dates and other information. This then serves as a basis for further investigating the history of Jews in Hamburg and Altona, their genealogy, cultural relations between Sephardic and Ashkenazic Jews and the internal structure of the community. Last but not least, another prominent aim of the project under the leadership of Professor Dr. Michael Brocke, director of the Steinheim Institute, is the creation of a “second tradition”: a comprehensive documentation of the cemetery serving as a virtual counterpart that is, unlike the original, not subject to weathering or affected by the increasing pollution.

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