Aus Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

Friedhof an der Schönhauser Allee, Berlin

Ehrengrab der Politiker Ludwig Bamberger und Eduard Lasker nicht länger anonym




Bis vor kurzem mag sich der Besucher des jüdischen Friedhofs an der Schönhauser Allee in Berlin gefragt haben, was es mit einem repräsentativen aber namenlosen Doppelgrab in der Ehrenreihe auf sich hat. Hier sind seit 1901 die beiden Reichstagsabgeordneten Ludwig Bamberger (1829-1899) und Eduard Lasker (1829-1884) in einem gemeinsamen Ehrengrab bestattet.


In der NS-Zeit hatte man dem Gedenkort Namen und Inschrift geraubt, die nicht nur zweier jüdischer Demokraten gedachten, sondern auch deren Verdienste für "Deutschlands Einheit und Freiheit". Dank der Initiative des Salomon Ludwig Steinheim-Institutes konnte die letzte Ruhestätte der Politiker wieder mit Namen und Daten versehen werden. In der Bismarckzeit war Bamberger einflussreicher Politiker und Wirtschaftsexperte. Er gehört zu den Mitbegründern der Deutschen Bank, deren Unterstützung nun die Steinmetzarbeiten an dem Grab ermöglichte.


Eduard Lasker zählt zu den Gründungsvätern der Nationalliberalen Partei und setzte sich zeitlebens für den Rechtsstaat und die Ideen des politischen Liberalismus ein. Während vieler Jahre war er wie der ihm befreundete Bamberger Mitglied des deutschen Reichstags. Einhundert Jahre nach der Errichtung des Denkmals ist nun die jahrzehntelang anonyme Ruhestätte der beiden vielseitig engagierten deutsch-jüdischen Persönlichkeiten aus ihrer Namenlosigkeit geholt.


Weitere Links:

Michael Brocke "Der 'kleine B.' und die große DB" in: Kalonymos - 2.Jg., Nr.3 (pdf)

Publikaton: Anspruch der Steine - Jüdischer Friedhof Berlin Schönhauser Allee


Photos (Bert Sommer):

•Inschrift frontal
•Inschrift seitlich




•Frontalansicht
•Draufsicht
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