Aus Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

Netiva. Wege deutsch-jüdischer Geschichte und Kultur

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Netiva - Wege deutsch-jüdischer Geschichte und Kultur. Studien des Salomon Ludwig Steinheim-Instituts, hg. v. Michael Brocke, Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms Verlag. Das hebräische Wort Netiva, »Weg« oder »Pfad«, ist eng mit einer der lebhaftesten Epochen der deutsch-jüdischen Geschichte verbunden: Moses Mendelssohn nannte seine Pentateuch-Ausgabe mit Übersetzung und Kommentar Netivot ha-schalom, »Pfade des Friedens«, und die Einleitung zu ihr Or la-netiva, »Licht auf dem Pfade«. Der Name zeigt an, dass sich jeder Band der Reihe als eine Hinführung zu den Wegen deutsch-jüdischen Denkens und Handelns, Sprechens und Schreibens versteht. Jüdische Tradition in Interaktion, Kontinuität und Wandel, deutsch-jüdische Geschichte in ihren Spannungsbögen und Brechungen - sie verlangen nach einem epochen- und fächerübergreifenden Programm, das unterschiedlichen theoretischen und methodischen Ansätzen Raum lässt, um den Verzweigungen dieser Geschichte vom Mittelalter an nachzugehen. Netiva ist ein interdisziplinäres Forum für religions-, kultur- und literaturwissenschaftliche Untersuchungen, philosophische Arbeiten, historische und biographische Darstellungen - und solche, die diese Kategorien zu überschreiten wissen.
"La collection dans laquelle paraît cet ouvrage a pour sous-titre "Wege deutsch-jüdischer Geschichte und Kultur". Elle est publiée par le Salomon Ludwig Steinheim-Institut et comptait aussi, à la date de parution, depuis 1999, une biographie du pédagogue et philosophe néo-kantien Jonas Cohn, 1869-1947 (M. Heitmann); un volume collectif sur l'histoire et la culture des juifs en Prusse orientale et occidentale (éd. par M. Brocke, M. Heitmann, H. Lordick); une monographie consacré à Z. Frankel de Breslau (A. Brämer); une étude de la dénonciation et du procès des juifs de l'Empire pour haute trahison devant l'empereur Rodolphe II en 1606 (B.E. Klein)."
Jean-Pierre Rothschild, Revue des Études juives, 165 (1-2), janvier-juin 2006


Bd. 8: Haskala – Jüdische Aufklärung

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Shmuel Feiner: Haskala – Jüdische Aufklärung. Geschichte einer kulturellen Revolution (Netiva 8); Aus dem Hebräischen übersetzt von Anne Birkenhauer. Hildesheim 2007. 505 Seiten. ISBN 3-487-13531-1. 68 Euro
"A major contribution to the historiography of the European Enlightenment".
Times Literary Supplement
"Haskala – Jüdische Aufklärung" rekonstruiert erstmals die Geschichte der jüdischen Aufklärung im Europa des 18. Jahrhunderts in ihrer ganzen Bandbreite. Der Autor verwebt die Haskala-Bewegung mit der Geschichte der europäischen Aufklärung insgesamt, entwirrt die Verknüpfungen mit den Wandlungen, die sich im jüdischen Leben des 18. Jahrhunderts abspielen und verfolgt die publizistisch-öffentlichen Stürme, die die Haskala hervorrief. Das Buch beschreibt das revolutionäre Streben des modernen jüdischen Intellektuellen nach einem eigenen Status als Sprecher und Kulturschaffender der jüdischen Gesellschaft sowie die orthodoxe Gegnerschaft, die ihm in den Hütern des status quo erwächst. So entbrennt ein Kulturkampf zwischen zwei konkurrierenden Eliten, der rabbinisch-traditionellen und der maskilisch-subversiven, welche die säkulare Revolution hervorbringt. Die Einheitlichkeit des aschkenasischen Judentums zerbrach ein für allemal, es tat sich das Zeitalter der Moderne in der jüdischen Kulturgeschichte auf – im Zeichen von Kontroverse, Konfrontation und Spaltung. "Haskala – Jüdische Aufklärung" basiert auf einem reichen Spektrum historischer Quellen und folgt unter sozialgeschichtlichen Aspekten den Ideen hinter den Entwicklungsstadien der Haskala, von den "frühen Maskilim" bis zur Festigung der Bewegung in den achtziger Jahren und dem Zerfall ihrer Einrichtungen am Ende des 18. Jahrhunderts. Shmuel Feiner analysiert die Haskala auf ihrer Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne und schildert, wie sie den Juden im Aufbruch in die sich radikal wandelnde neue Welt die Richtung wies.
[aus dem Klappentext]


Bd. 7: Rabbiner Michael Sachs

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Margit Schad: Rabbiner Michael Sachs. Judentum als höhere Lebensanschauung (Netiva 7); Hildesheim 2007. 464 Seiten. ISBN 3-487-13415-4. 68 Euro
Michael Sachs (1808-1864) ist die vielseitigste und interessanteste religiöse Persönlichkeit des deutschen Judentums in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er war Rabbiner und Prediger in Prag und Berlin, Gelehrter und Übersetzer. Seine Übertragungen von Bibel und Gebeten sind klassisch und noch heute in Gebrauch. Hochgebildet, charismatisch, anspruchsvoll und scharfe Polemik nicht scheuend, suchte er nach einer Alternative zu Reformbewegung und Orthodoxie, einem 'Judentum der Mitte', das die Einheit des Judentums wahrte und den epochalen Herausforderungen von Emanzipation und Assimilation, von Revolution und Reaktion, von Atheismus und Antisemitismus gewachsen war.
[aus dem Klappentext]
Margit Schad beschäftigt sich in vorliegender Studie erstmals ausführlich mit dem Leben des Rabbiners und Wissenschaftlers Michael Sachs. Damit widmet die Autorin einer der bedeutendsten "middle-of-the-road figures" (Michael A. Meyer) des deutschen Judentums eine systematische Biographie, die dem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Prediger und Gelehrten einen angemessenen und eigenständigen Platz in der Geschichte des modernen Judentums und seiner religiösen Strömungen zuweisen soll ... Margit Schad leistet Grundlagenarbeit und lässt in ihrer detaillierten Biographie Sachs als bedeutende Persönlichkeit der Geistes- und Religionsgeschichte im 19. Jahrhundert erscheinen.
Gregor Pelger, auf: H-Soz-u-Kult


Bd. 6: Orgelmusik in deutsch-jüdischer Kultur

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Tina Frühauf: Orgel und Orgelmusik in deutsch-jüdischer Kultur (Netiva 6). Hildesheim: Olms 2005. 336 Seiten. ISBN 3-487-12872-1. 58 Euro.
Frühauf untersucht in ihrer gut strukturierten, mit einem umfangreichen dokumentarischen Apparat ausgestatteten Arbeit ... den Zeitraum ... von der Errichtung der ersten Synagogenorgel in Deutschland 1810 bis zur Zerstörung fast des gesamten Instrumentenbestandes während der Novemberpogrome.
Michael Gassmann. FAZ, 29. Januar 2007 (Nr. 24), S. 37
[...] Es ist dies ein überaus gelungener Versuch, auf analytischer Ebene sinnvolle Kriterien und Definitionen für jüdische Musik zu entwerfen und anzuwenden. Ein ausführlicher Anhang mit einer Liste nahezu sämtlicher Orgeln in deutschen Synagogen sowie deren Dispositionen und Organisten rundet dieses vorzügliche Studie ab.
Daniel Jütte. PaRDes - Zeitschrift der Vereinigung für jüdische Studien e.V., Stuttart: 2006



Bd. 6 jetzt auch auf Englisch: "The Organ and its Music in German-Jewish Culture"

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Tina Frühauf: The Organ and its Music in German-Jewish Culture (Netiva 6), Oxford University Press, 2009, 284 Seiten, ISBN 978-0-19-533706-8.
Die Autorin widmet sich der bislang nicht dargestellten, starken Präsenz der Orgel in der Synagogalmusik und im Musikleben der deutschsprachigen jüdischen Gemeindenim 19. und 20. Jahrhundert. Es werden die historischen Vorraussetzungen, die zur Einführung der Orgel in den Gottesdienst führten, untersucht sowie die Begegnungen jüdischer Musik und Musiker mit christlich geprägten Traditionen vorgestellt. Die innerjüdische Auseinandersetzung über die Einführung der Orgel führt zur Frage, ob überhaupt von einer spezifisch jüdischen Orgelmusik gesprochen werden kann. Das Buch porträtiert eine Vielzahl von Organisten und Komponisten und gibt Einblick in die Weiterentwicklung des Genres nach 1938 in Israel und in den USA. Kenntnisreiche kulturwissenschaftliche Grundlegung geht einher mit umfassenden Recherchen, der Sichtung zahlreicher Nachlässe jüdischer Musiker und Archive von Orgelbauern. Diese Quellenerschließung spiegelt sich im ausführlichen Anhang, der wichtige Dokumente, zahlreiche Orgelbeschreibungen, Kurzbiographien jüdischer Organisten und Komponisten sowie Quellen zur Orgelmusik in den Gemeinden liefert. Das Buch beschreitet Neuland, indem es Orgel und Orgelmusik in deutsch-jüdischer Kultur historisch musikwissenschaftlich anspruchsvoll und zugänglich zugleich macht.
aus dem Klappentext
"With the elegance of both scholar and performer, and the insight garnered through years of archival study and hours at the organ console, Tina Frühauf opens new chapters in the history of Jewish music in modern Central Europe. She draws us into the world of Jewish organ builders and composers alike; she unearths evidence long neglected; she revisits the 'Organ Wars' that redefined the aesthetics and meaning of Jewish music in the post-Haskalah era; and she makes it possible to re-sound the music of traditions overshadowed by the tragedy of modern Jewish history. This book makes a major contribution to studies of Jews and modernity, but no less challenges the reader to rethink the very nature of Jewish musical tradition before modernity. As cultural history, Frühauf's book deftly poses questions about Jewish identity and musical identity alike, where they meet and where they depart. Upon encouraging the marvelous case studies in this book, readers may never again experience Jewish music in the same way."
Philip V. Bohlman, Mary Werkman Dinstinguished Service Professor of the Humanities and of Music, University of Chicago


Bd. 5: Wohltat und Hochverrat

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Birgit E. Klein: Wohltat und Hochverrat - Kurfürst Ernst von Köln, Juda bar Chajjim und die Juden im Alten Reich (Netiva 5). Hildesheim: Olms 2003. 540 Seiten. ISBN 3-487-11951-1. 62 Euro.
In der jüdischen Tradition erscheint ein- und dieselbe Person, Levi von Bonn, mit zwei ganz unterschiedlichen Identitäten: [...] Daß diese Doppelidentität aufgeklärt werden konnte, ist einem archivalischen Zufallsfund sowie dem Spürsinn einer Judaistin zu verdanken, die in dem großen Berg der überlieferten Reichskammergerichtsakten ein Schlüsseldokument entdeckte, den 'missing link' sozusagen.
Robert Jütte, Löw Kraus ist Levi von Bonn. Birgit E. Kleins Beitrag zur deutsch-jüdischen Geschichte. In: FAZ Nr. 27, 2. Februar 2004, S. 39.
Zeigt(e) die deutsch-jüdische Geschichte der Frühen Neuzeit auf Grund fehlender Quellen bisher noch zahlreiche weiße Flecken, so bietet ein bisher kaum genutzter Quellenbestand, die Akten des ehemaligen Reichskammergerichts, eine wahre Fundgrube zu dieser Thematik. Auf diesem Quellenbestand sowie auf weiteren in Jerusalem, Oxford, Wien sowie zahlreichen Staats-. und Stadtarchiven basiert vorliegende (...) Dissertation. Die Arbeit korrigiert, das sei vorab bemerkt, manche bisher gültige historische Ansicht. Der auf Anhieb widersprüchliche erscheinende Titel rekurriert auf den Fall des Vorstehers der kurkölnischen Judenschaft unter Kurfürst Ernst von Bayern, Levi von Bonn. [...] Wie ein Puzzle fügt die Verfasserin auf ca. 500 Seiten das Geschehen im Umfeld dieses Prozesses zusammen und erklärt es dem Leser eingehend auf Grund ihrer umfassenden Kenntnisse sowohl der deutschen wie der hebräischen Quellen.
Arno Herzig. Rheinische Vierteljahresblätter, Bd. 69 (2005)



Bd. 4: Den Talmud und den Kant

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Carsten Wilke:"Den Talmud und den Kant" - Rabbinerausbildung an der Schwelle zur Moderne (Netiva 4). Hildesheim: Olms 2003. 726 Seiten. ISBN 3-487-11950-1. 69 Euro.
Wilke hat ein beeindruckendes Standardwerk geschrieben. Es enthält glänzende Analysen und viele aufschlußreiche Einzelheiten über berühmte und weniger bekannte Personen und Institutionen. Die Untersuchung verschiedener Formen der Rabbinerausbildung ermöglicht einen ungewöhnlichen Blick auf die vieldiskutierten Umwälzungen in den Jüdischen Gemeinden. Die wissenschaftliche Arbeit, die in einer Reihe des Salomon Ludwig Steinheim-Instituts in Duisburg entstanden und erschienen ist, wird jeder mit Gewinn lesen, der die vielfältigen Probleme der Elitenbildung im neuzeitlichen Judentum begreifen will."
[Jüdische Allgemeine, Nr. 25/03, 20. November 2003]
Die vorliegende, spannende und mit großem Gewinn zu lesende Studie ist ein epochales Werk über diese westaschkenasische Rabbinerausbildung an der Schwelle zur Moderne. Sie ist die erste umfassnde Darstellung, die der Weiträumigkeit und der Interdependenzen der beschrieben politischen und kulturellen Entwicklungen von den deutschen Stammlanden bis zum preußischen und russischen Polen, Elsaß-Lotringen, den Niederlanden und Norditalien gerecht wird, wobei aufgezeigt werden kann, daß wesentliche Neuansätze aus dem böhmisch-mährischen Bereich kamen. Der Autor schöpft seine detaillierten Kenntnisse nicht nur aus dem vielfältigen Bildungsschrifttum des untersuchten Zeitraums, aus den Gesetzestexten, Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften, sondern auch aus vielen uneditierten persönlichen Notizen, Erinnerungen, Nachlässen, Briefen und Autobiographischem, aus einer großen Zahl von Archiven und Handschriftensammlungen. Durch seine immense Sachkenntnis vermag er behutsam gängige wissenschaftliche Annahmen, historische Verläufe und Deutungshypothesen zu korrigieren. In der Krise der Haskala zeigte sich ein höchst vitales Judentum, das aktiv die eigenen Kräfte zu den notwendigen Reformen mobilisierte und auf dem Hintergrund eines gewandelten kulturellen Horizonts von jüdische Gemeinde und Rabbinerschaft daranging, die entsprchenden Institutionen zu schaffen. So ist dem westaschkenasischen Judentum eine bemerkenswerte Akkulturationsleistung gelungen, ohne daß wesentliche Identitätsmerkmale aufgegeben werden mußten, die sogar für die Ausbildung des Rabbiners weiterhin unverzichtbar eingefordert wurden. Diese Studie wird sicher für lange Zeit ein unentbehrliches Standardwerk bleiben. Ein Personenindex neben dem vorhandenen geographischen Index wäre ein lexikalischer Zugewinn gewesen.
Herbert Jochum, Saarbrücken. Freiburger Rundbrief 3, Saarbrücken: 2006


Bd. 3: Wissenschaft des Judentums

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Andreas Brämer, Rabbiner Zacharias Frankel. Wissenschaft des Judentums und konservative Reform im 19. Jahrhundert. Hildesheim: Olms 2000. 479 Seiten. ISBN 3-487-11027-X. 69 Euro.



Bd. 2: Zur Geschichte und Kultur der Juden in Ost- und Westpreußen

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Zur Geschichte und Kultur der Juden in Ost- und Westpreußen, hg. v. Michael Brocke, Margret Heitmann u. Harald Lordick. Hildesheim: Olms 2000. 663 Seiten, Abbildungen. ISBN 3-487-11026-1. 79 Euro.
De L'Institut Salomon Ludwig Steinheim de l'université de Duisbourg nous arrive un fort volume de très grande qualité dévolu à l'histoire et à la culture des juifs en Prusse orientale et occidentale. Cinq parties structurent vingt-six articles fouillés et novateurs: Histoire locale et régionale, administration, école et bienfaisance, aspects économiques et démographiques, biographies et judaisme au miroir de la littérature et de l'historiographie ... Les articles sont souvent fondés sur un travail de fourmi dans les archives locales dont l'utilisation nécessite souvent outre de la patience des compétences linguistiques allant de l'allemand au russe, sans oublier le polonais l'hébreu le yiddisch et le latin ... Une très riche bibliographie et une mise en perspective historiographique après 1945 font de cet ouvrage une contribution essentielle à l'histoire des juifs.
Dominique Bourel, Dix-huitième siècle - revue annuelle, 35 (2003)


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Bd. 1: Das Problem der unendlichen Aufgabe in Wissenschaft und Religion

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Margret Heitmann, Jonas Cohn (1869 -1947). Das Problem der unendlichen Aufgabe in Wissenschaft und Religion. Hildesheim: Olms 1999. 283 Seiten. ISBN 3-487-10882-8. 44,80 Euro.


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