BHR Biographisches Portal der Rabbiner

HOLDHEIM, Samuel, Dr.

  • Geb. 1806 in Kêpno (Kempen), Prov. Südpreußen,
  • Gest. 22. Aug. 1860 in Berlin
  • Sohn des Isaak H., Talmudstudium in Kêpno, dann Privatlehrer. Autodidakt in den weltlichen Wissenschaften, keine Sekundarschulbildung. Schüler des Rb. Joseph-Joske Spiro in Kórnik (Kurnik), Heirat mit dessen Tochter, um 1825 in Kórnik bei seinem Schwager Elias Spiro ansässig. Nach baldiger Scheidung der Ehe weitere Studien in Böhmen
  • ordiniert von Löb Glogau und Samuel Landau in Prag, von Izak Spitz in Mladá Boleslav (Jungbunzlau), von Chaim Deutschmann in Kolín und anderen österr. Rb., angeblich auch von Moses Sofer in Preßburg (WZJT 1837, S. 450). Im Schuljahr 1833 Studium der Philosophie als Gasthörer an der Karl-Ferdinand-Universität in Prag, Bewerber in Hohenems (1833, von Samuel Landau empfohlen), später Besuch von Universitätsveranstaltungen in Berlin, 1836 Rb. in Frankfurt/Oder, 19. Aug. 1836 zweite Ehe mit Caecilie Salomon (1813-1889), Tochter des Nathan S. aus Frankfurt/ Oder. 14. Feb. 1839 prom. in Leipzig. 19. Sept. 1840 Landesrb. von Mecklenburg-Schwerin mit Sitz in der Hauptstadt, verteidigt das Hamburger Tempelgebetbuch von 1841, Teilnehmer der 1.- 3 Rb.-Versammlung als Vertreter der radikalen Reform, Bewerber in Kassel (1844), Sept. 1847 Prediger bei der „Reformgemeinde“ in Berlin. Sein Sohn war der Frankfurter Rechtsanwalt Paul H. (1847-1904).

Dissertation

  • Einiges zur Geschichte der Dogmatik der jüdischen Religionslehre, Diss. Leipzig, 10. April 1838, 21 S.

Dokumente

  • AP Poznañ, Ksiêgi matrikalny gm. ¿yd., Kornik Nr. 1, S. 73-74, mit Geburtseintrag für Hirsch (Notiz: „jezt Herrmann, conf. Attest vom 10. Februar 47“), ehelicher Sohn des gewerblosen Schmul Isac („für jezt den Namen Samuel Holdheim“), 8. Okt. 1825
  • CAHJP Jerusalem, „Frankfurt/Oder“, KGe 11/34, Personalakte, enthält vom Dienstag der Perikope S. aw 596 einen Empfehlungsbrief des orthod. Predigers Salomon Pleßner an H., dt. in hebr. Schrift: „Wir leben in einer Zeit, wo man selbst die namhaftesten Rabbiner durchaus nicht mehr ganz im alten Stile antrifft, vielleicht die in Russisch-Polen ausgenommen. [...] Wollte Gott alle Lehrstühle des Rabbinismus wären statt mit doktorhuttragenden Geistlichen - mit solchen Holdheimen besetzt!“ Ebd., Bl. 51ff Wahlunterlagen, Juni 1836; Bl. 56f Anfrage nach Prag über seine Führung, 29. Feb. 1836; Bl. 58 den jüdisch-deutschen Anstellungsvertrag, 11. Nisan 5596, Bl. 60 gewährte Gehaltszulage, 26. Dez. 1836; Bl. 61 Kündigung H.s wegen Wechsels nach Schwerin, 28. Apr. 1840; Bl. 62 Beschwerde H.s über Verdächtigungen gegen seine Person, 21. Feb. 1840; Bl. 77 Gutachten H.s zugunsten seines Nachfolgers Jacob Jaffé, 27. Aug. 1841
  • JM Frankfurt/M., PSR B 082, Trauungsregister Frankfurt/O
  • UA Leipzig, Pro-Cancellar-Buch der Philosophischen Fakultät B 128a, S. 140, über Promotion
  • LHA Schwerin Best. 2488 (Landesrabbinat), Nr. 10 Inspektionsberichte aus den Gemeinden für die Jahre 1841, 1844 und 1846; ebd., Nr. 11 über Lehrerbildung und geplante Errichtung eines Lehrerseminars, 1842-47; Nr. 15 über Religionslehrer, 1841-71
  • Nr. 16 Gutachten über Judeneid, 1844-45; Nr. 20 Gutachten zu liturg. Reformen, 184149; Nr. 22 Judengebete, 1842-53; Nr. 51 Bericht über die Rabbinerversammlung in Braunschweig, Synagogenordnung, 1843-48; Nr. 62 Synagogenordnung und Konfirmationsakte, 1841- 44; Nr. 68 Stellungnahme zum Landesherrlichen Statut von 1839 u. a. innerkirchliche Angelegenheiten, 1841
  • New York, Yeshiva University Archives Collection MS 412, Korrespondenz mit dem Gemeindevorstand in Schwerin, größtenteils Schul- und Lehrersachen, auch Konfliktfälle: Kaufmann Aron, der am Sterbetag seiner Eltern nicht vorbeten darf, protestiert bei der Regierung (13. Nov. 1840), Verbalinjurien gegen H. durch Salomon Marcus in der Synagoge (21. Feb. 1841), keine Unterstützung für den sich hier befindenden Gesandten aus Jerusalem“ (17. Feb. 1841), neuer Streit in der Synagoge am Versöhnungstag (5. Okt. 1841), Dienstenthebung von Schächter Dunkelmann (22. Okt. 1842), Kompetenzstreit wegen Ketubba-Abfassung durch einen Schächter (17. Okt. 1844); H. will nur der Behörde gehorchen (23. Okt. 1844), muß sich wegen harscher Ausdrücke beim Vorstand entschuldigen (15. Dez. 1844)
  • CAHJP Jerusalem P 43 mit Dokumenten aus dem Nachlaß, darunter Studienzeugnisse aus Prag vom 20. Juni und 6. Okt. 1833
  • Verzeichnis seiner Bücher; Katalog werthvoller und seltener Werke der Orientalischen Literatur vorzüglich enthaltend Hebraica und Judaica aus der nachgelassenen Bibliothek des verstorbenen Dr. Samuel Holdheim, hrsg. Julius Benzian, Berlin 1866.

Manuskripte

  • CAHJP Jerusalem P 43 enthält Korrespondenz aus dem Nachlaß, a. d. J. 1836-1859, Inv. 794 eine Denkschrift von 1848
  • Ebd., P 46, vom 8. Dez. 1846 enthält Brief an Sal. Herxheimer mit Angebot der Nachfolge in Schwerin. „Die hiesige Stelle bringt 1150 Th. P[reußisch] C[ourant] fixum nebst 100 Th. 2/3 als Vergütung der Reisespesen u. Emolumente“.

Publikationen

  • Rede verfasst und gehalten in Kempen, Berlin 1836
  • Religion, Gesetzmäßigkeit und Frieden in Israel wieder herrschend zu machen, ist der heilige Beruf des jüdischen Geistlichen, Predigt, Frankfurt/O. 1837
  • Gebet und Belehrung vereinigt sind die Bestandtheile des jüd. Gottesdienstes, Predigt, Frankfurt/O. 1837
  • Die Einsegnung des Neumondtages, Predigt zum 9. Ab, Frankfurt/O. 1837
  • Es ist die Pflicht jedes Israeliten, für die Erhaltung der Religion seiner Väter zu sorgen, Predigt, Frankfurt/O. 1838 (wirbt für L. Philippsons Sammlung zur Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät)
  • „Legislatives: Über den Beruf des Rabbiners“, IA 1839, S. 179f (Kritik an der Rechtslage in Preußen)
  • „Der Zeugeneid der Israeliten in Criminalfällen“, IA 1839, S. 233f, 241f, 250-252
  • Divre H[a-Šem]. Worte Gottes, oder Gottesdienstliche Vorträge in der Synagoge zu Frankfurt a. O., Bd. I, 1839; das dritte Heft (1840) enthält die sechs Predigten Was hat unseres Königs Liebe erworben und was kann sie uns fürder erhalten? Der rechte Eifer für Gott. Die Erinnerung und Hoffnung Israels am Schlusse eines Jahrhunderts. Der Mensch und seine Thätigkeit. Die Tempelweihe. Die vier Perioden des menschlichen Lebens
  • Der religiöse Fortschritt im deutschen Judenthume. Ein friedliches Wort in einer aufgeregten Zeit, Leipzig 1840 (Rez. IA 1840, S. 135)
  • Gedächtnißrede zu der dem glorreichen Andenken Sr. Hochseligen Majestät des Königs Friedrich Wilhelm III. in der Synagoge zu Frankfurt a. O. gehaltenen Todtenfeier, 1840
  • Worte Gottes, oder Gottesdienstliche Vorträge gehalten in der Synagoge zu Frankfurt a/O., Leipzig 1840
  • Antrittspredigt bei der feierlichen Introduction in sein Amt als Großherzogl. Mecklenburgischer Landrabbiner in Schwerin, 1840, über die Verantwortung des Landrabbiners für die sittl. Veredlung einer ganzen Gemeinschaft
  • Des Israeliten geistlicher Beruf und Stellung in unserer Zeit, Predigt, 1840
  • Jakob und Israel, Predigt, 1841
  • „Der neue Israelitische Tempel zu Hamburg“, IA 1841, S. 353-355, 362-365
  • „Votum des Dr. S. Holdheim über das Gebetbuch des Tempel-Vereines“, IA 1840, S. 401f
  • Über das Gebetbuch nach dem Gebrauche des neuen Israelitischen Tempelvereins zu Hamburg. Ein Votum, Hamburg 1841
  • Verketzerung und Gewissensfreiheit. Ein zweites Votum in dem Hamburger Tempelstreit, mit besonderer Berücksichtigung der Erwiederung eines Ungenannten auf mein erstes Votum, Schwerin 1842
  • Die drei Symbole des Ueberschreitungsfestes. Worte des Schmerzes und der Erhebung am Tage der feierlichen Beisetzung [...] Großherzogs und Herrn, Herrn Paul Friederich, 1842
  • Gutachten zugunsten Abr. Geigers, 24. Juli 1842, in Rabbinische Gutachten über die Verträglichkeit der freien Forschung ..., Bd. I, S. 38-83
  • Über die Autonomie der Rabbinen und das Prinzip der jüdischen Ehe. Ein Beitrag über einige das Judenthum betreffende Zeitfragen, Schwerin 1843. „Der uns leitende Grundsatz ist: den Geist der Rabbinen, in dem wir mit so vielen Zeitgenossen ein tiefbegründetes Streben, den Buchstaben des Gesetzes mit späteren Zeitverhältnissen in Einklang zu bringen, erblicken, der also an sich ein Erzeugniß des Fortschrittes ist, so lange als Mittel des zeitgemäßen Weiterschreitens für unsere Verhältnisse anzuwenden, bis das Judenthum auf einem höhern Stadium einer selbstständigen, über die Grundanschauung der Rabbinen sich erhebenden und auf einer freien und selbstständigen Erfassung des in der Bibel offenbarten religiösen Geistes ruhenden Entwickelung gelangt sein wird“ (Autonomie der Rabbinen, S. 165)
  • Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1843-46)
  • Über die Beschneidung zunächst in religiös-dogmatischer Beziehung, 1844
  • „Gutachten über die Heiligkeit der jüdischen Begräbnisplätze“, LdO 1844, Sp. 35-39, 49-52
  • Der glaubensvolle Muth des isr. Volkshirten dem Murren seiner Gemeinde gegenüber, Predigt, Schwerin 1844
  • Vorträge über die mosaische Religion für denkende Israeliten, 1844
  • Was lehrt das rabbinische Judenthum über den Eid? 1844
  • Über Auflösbarkeit der Eide, 1845
  • Die erste Rabbinerversammlung und Herr Dr. Frankel, Schwerin 1845
  • Vorschläge zu einer zeitgemäßen Reform der jüdischen Ehegesetze, 1845
  • Das Ceremonialgesetz im Messiasreich, 1845
  • Der Segen des Gotteshauses und der Gottesdienst in der Wahrheit, Predigten zur Synagogeneinweihung in Goldberg, 1845
  • Das Religiöse und Politische im Judenthum mit besonderer Beziehung auf gemischte Ehen. Eine Anwort auf Herrn Dr. Frankel’s Kritik der ’Autonomie der Rabbinen’ und der Protocolle der ersten Rabbinerversammlung in Betreff der gemischten Ehen, 1845
  • „Ueber die Berufung auf die talmudische Reform: Ein Wort zur Verständigung“, INJ 1846, S. 97-101
  • Die religiöse Stellung des weiblichen Geschlechts im talmudischen Judenthum, 1846
  • „Über die Prinzipien eines dem gegenwärtigen Religionsbewußtsein entsprechenden Cultus“, INJ 1846, Literaturblatt S. 33ff (auch separat)
  • Sie hörten nicht auf Moses vor Kürze des Odems und vor schwerer Arbeit!, Predigt, Schwerin 1846
  • Predigt bei der am 2. April stattgefundenen Einweihung des Gotteshauses der Genossenschaft für Reform im Judenthum, 1846
  • Die religiöse Aufgabe im neuen Vaterlande. Predigt bei Gelegenheit der Befreiung der Israeliten Mecklenburg-Schwerins von der Abgabe des Schutzgeldes, 1847
  • Antrittspredigt, Berlin 1847; definiert das Predigeramt als ein „reines Lehramt“ in den drei Disziplinen „Allgemeine Religion, Judenthum und Reform des Judenthums“, siehe Juden in Berlin 1671-1945. Ein Lesebuch, Berlin 1988, S. 102f
  • Das Gutachten des Herrn L. Schwab, 1848
  • Die geprüfte Vaterlandsliebe. Predigt, gehalten am Tage vor Eröffnung der preußischen Kammern, 1849
  • Einsegnung einer gemischten Ehe zwischen einem Juden und einer Christin in Leipzig, Predigt, 1849
  • Gemischte Ehen zwischen Juden und Christen, 1850
  • Die wesentlichen Erfordernisse eines ächt jüdischen Gottesdienstes, Predigt, 1850
  • Die rechte Buße. Predigt, gehalten am Versöhnungsfeste, 1850
  • Die Erhaltung des Judenthums im Kampfe mit der Zeit. Ein Bild aus der Vergangenheit, belehrend für die Gegenwart, Predigt, Berlin 1851
  • Predigten über die jüdische Religion. Gehalten im Gotteshause der jüd. Reform-Gemeinde zu Berlin, 4 Bde. Berlin 1852-1869
  • Welches Zeugniss gibt der Bau eines Gotteshauses für unsere Gemeinde, und welche Hoffnungen knüpfen sich an dessen Vollendung? Predigt, gehalten bei Gelegenheit des Richtfestes des neuen Gotteshauses der jüd. Reform-Gem. zu Berlin, 1853
  • Die Einweihung des neuerbauten Gotteshauses der jüdischen Reformgemeinde zu Berlin, 1854
  • Über Stahl’s christliche Toleranz, 1856
  • Ha-’Ämunah weha-De‘ah. Jüdische Glaubens- und Sittenlehre. Leitfaden beim Religionsunterricht der jüdischen Jugend. Zunächst für die Religionsschule der jüd. Reformgemeinde zu Berlin Schulbuch, 1857
  • Geschichte der Entstehung und Entwickelung der Jüdischen Reformgemeinde in Berlin, im Zusammenhang mit den jüdisch-reformatorischen Gesammtbestrebungen der Neuzeit, Berlin 1857
  • Der sterbende Moseh, oder die Bekümmerniß und der Trost des frommen Arbeiters über sein unvollendetes Werk, Predigt, 1859
  • Licht im Lichte! oder das Judentum und die Freiheit, Predigt, 1859
  • Das Wunder der Versöhnung. Eine Predigt am Morgengottesdienste des Versöhnungstages, 1859
  • Jehova ist der wahre Gott! Eine Neïla-Predigt am Abend des Versöhnungstages, 1859
  • Ma’mar ha-’Iššuth, zur Geschichte der Sadduzäer, Pharisäer, Karäer und Rabbaniten, hebr., Berlin 1860, 178 S
  • Gott siehet! Predigt, aus dem Nachlaß mit einem Vorwort von Abr. Geiger, 1861
  • Vier Predigten für Neujahr und Versöhnungstag, 1862
  • Sechs Predigten, 1863
  • Artikel in der AZJ, den Israelitischen Annalen, dem Orient, dem Israeliten des 19. Jhs.

Epigraphik

  • Grab 110A (Inschrift verwittert) auf dem Friedhof Schönhauser Allee in Berlin; bei Brocke u. a., Stein und Name, S. 138f. Zum Grabstein auch Köhler und Kratz-Whan, Schönhauser Allee, S. 86f; Etzold, Jüdische Friedhöfe, S. 42f; Zeugnisse jüdischer Kultur, S. 128; Brocke (Hrsg.), Schönhauser Allee, S. 49. Das vom dt. Epitaph angegebene Alter ist 58, wonach H. 1802 geboren wäre; über diesen Irrtum Ritter, Holdheim, S. 13f Anm.

Bildmaterialien

  • JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis).

Literatur

  • AZJ 1837, S. 140, Tätigkeit in Frankfurt/O
  • AZJ 1838, S. 22, 58f, Predigt für Fakultätsprojekt
  • AZJ 1838, S. 233, Promotion in Leipzig
  • AZJ 1839, S. 333, 349-351, 2Nov
  • Berufung nach Schwerin; AZJ 1840, S. 259f, 585; IA 1840, S. 158, Orient 1840, S. 152, 325
  • IA 1841, S. 55, Schuleröffnung
  • AZJ 1841, S. 279, Pläne zu Schullehrerseminar
  • IA 1841, S. 359f, Schmähartikel aus Leipzig gegen seine Tätigkeit in Mecklenburg
  • Orient 1842, S. 115f, über seine mangelnde wissenschaftliche Statur
  • AZJ 1843, S. 602; Orient 1844, S. 12f, angebliche Berufung nach Kassel
  • Samuel Hirsch, „Holdheim und seine Gegner“, INJ 1845, S. 89-91, 97-100
  • Levi Herzfeld, „Offenes Sendschreiben an Herrn Holdheim“, INJ 1845, S. 201-2204, 265-268
  • Empfang durch jüd. Studenten in Heidelberg; AZJ 1845, S. 537
  • Eine deutsch-jüdische Kirche, die nächste Aufgabe unserer Zeit. Von einem Candidaten der jüdischen Theologie, Leipzig 1845, S. 15: „Selbst Holdheim hat, ob er gleich den Rabbinismus abweist, in seiner Auffassung der Bibel und deren leitenden Gedanken den beschränkten rabbinischen Gesichtskreis noch nicht verlassen“
  • Pinchas Menachem Heilperin, Tešuvoth be’anše ’awen. Ha-rav Š. Holdheym wire‘aw bemichtavim šelošah ‘aœar, Fft./M. 1845, 76 S
  • Als Beispiel für die unablässige Polemik des Zionswächters gegen ihn siehe B. Z. Auerbach, „Die schülerhafte Rathlosigkeit des Hrn. Dr. Holdheim im Gebiete talmudischen Wissens“, TZW 1846, S. 17-19, 28-30, 36-38, 43, 51-53
  • Genießt Vertrauen der Schweriner Gemeinde trotz der Presseangriffe; INJ 1846, S. 32
  • Wechsel nach Berlin; Orient 1846, S. 318f; 1847, S. 304
  • Hauptredakteur des INJ; Orient 1848, S. 14
  • Kontroverse über Mischehen; AZJ 1850, S. 484
  • Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 1044f
  • Parteiungen in Berlin; AZJ 1854, S. 519f
  • Nachrufe AZJ 1860, S. 556, 573ff; Ben-Chananja 1860, S. 671 nennt ihn den „Talmudisten des sit. ra’ de-œmå’la’“, also der „linken“ (kabbalistisch: diabolischen) Seite
  • Kontroverse um Begräbnis in der Ehrenreihe; AZJ 1860, S. 541; MGWJ 1861, S. 17
  • JZWL 3 (1864/65), S. 216-218
  • Immanuel Heinrich Ritter, Geschichte der jüdischen Reformation, Bd. III: S. H., Berlin 1865; siehe auch „S. H., the Jewish Reformer“, JQR 1 (1889), S. 202-215
  • Graetz, Geschichte3, Bd. XI, S. 528-534, bezeichnet H. als „mephistophelische Natur“
  • Baeck, Geschichte, S. 502
  • ADB XII 734f
  • Kayserling, Gedenkblätter, S. 34: „Er hat verschiedene Phasen der religiösen Richtung durchgemacht: als Rabbiner in Frankfurt a. d. O. huldigte er dem Herkömmlichen, in Mecklenburg-Schwerin der Reform, bestritt dann das bestehende historische Judenthum, wie es sich in Lehre und Leben ausgeprägt hatte, leugnete die Gültigkeit des Ceremonialgesetzes“
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 802f, 865
  • JE VI 437ff.
  • Salomon Samuel in Ritter, Geschichte, Bd. IV, S. 28: „Die ersehnte Ernte reifte in der jüdischen Reformgemeinde; da war das neue ceremoniebefreite Judentum, das ihm vorgeschwebt hatte, und das er in Gottesdienst, Schule und Haus verwirklicht sehen wollte. Aus dem Gebete schwanden fast ganz die hebräische Sprache, die historischen Erinnerungen und Verheißungen; der Sabbat ward auf den bürgerlichen Ruhetag verlegt, dem zweiten Feiertage sein Recht genommen; nicht minder aber auch der Beschneidung und der Ehe der sakramentale Charakter abgesprochen, und die Mischehe mit Monotheisten sanktioniert, zu schweigen von religiösen Symbolen, Speisevorschriften usw. Man konnte oft sagen: Soviel Siege der Dialektik, soviel verlorene religiöse Instanzen!“- Bernfeld, Reformas. yon, S. 165-181
  • Heppner und Herzberg, S. 476
  • JL II 1651-1653 mit Bildnis
  • Wininger III 152
  • EJ dt. VIII 184-187
  • Elbogen, Juden in Deutschland, S. 212-214
  • Eliav, Jüdische Erziehung, S. 257, 342
  • ’Äns. iqlopädyah ‘ivrith XIII 707f
  • EJ eng. VIII 817-819, mit Bildnis
  • Arnsberg, Hessen, Bd. II, S. 163
  • Sinasohn, Privatsynagogen, 37f
  • Jacob J. Petuchowski, „Abraham Geiger and S. H. Their Differences in Germany and Repercussions in America“, LBIYB 22 (1977), S. 139-159
  • Meyer, Response to Modernity, S. 3f, 64, 72, 80-84, 86, 90, 108, 131-134, 139, 144, 161, 166f, 182, 200, 214, 245, 333
  • Maier, Jüdische Religion, S. 637
  • Battenberg, Bd. II, S. 158
  • Zeugnisse jüdischer Kultur, S. 60-62, mit Bildnis und Photographie des Schweriner Rabbinerhauses
  • Gotzmann, Jüdisches Recht, S. 198-250
  • DBE V 147, mit Geburtsjahr 1802
  • Diekmann (Hrsg.), Mecklenburg-Vorpommern, S. 230, mit Bildnis
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, Reg
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 193, 459, 488, 516, 553, 555f, 566, 612, 618, 642.