BHR Biographisches Portal der Rabbiner

COHN, Jakob, Dr.

  • Geb. 9. Juli 1843 in Altona (laut Sterbeurkunde im November 1837),
  • Gest. 23. April 1916 in Hindenburg (Zabrze), Oberschlesien.
  • Sohn des Kaufmanns Aron C. und seiner Ehefrau Sophie, geb. Weinstein
  • Gymnasium in Altona und Talmudstudium bei Jacob Ettlinger
  • ab 1864 Univ. Berlin, 1864-1867 Hörer an der Veitel-Heine- Ephraim’schen Lehranstalt
  • 14. März 1867 Promotion in Halle, 1867-1870 Lernender und Lehrender an der Jeschiwa von Hildesheimer in Eisenstadt. 2. Januar 1872 bis 1914 Rb. und Religionslehrer am Gymnasium und Lyzeum in Kattowitz (Katowice), Oberschlesien. Ausschußmitglied im ADR
  • Vorsitzender und Ausschußmitglied im Verband der Rabbiner Oberschlesiens
  • Gründungsmitglied der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands (Konstituierung 1897
  • gegr. 1902). Seit 1879 Mitglied im Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen und im Deutschen Reichsverband jüdischer Religionslehrer
  • Ausschußmitglied im „Deutsch-Israelitischen Lehrerheim“ (1894). Gründer und Leiter der Hebräischen Unterrichtsanstalt in Kattowitz, Kuratoriumsmitglied des Berliner RS. 1904 Gründungsmitglied, Vorsitzender und Ausschußmitglied des Verbandes der deutschen Juden. Mitglied im Verband der jüdischen Literaturvereine Oberschlesiens, Vorstandsmitglied des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur in Kattowitz. Mitglied des städtischen Armenausschusses und der städtischen Schuldeputation sowie Vorsitzender des „Thierschutz-Vereins“
  • im Vorstand des Kuratoriums „Israelitisches Waisenhaus für den Reg.-Bez. Oppeln zu Rybnik“. Verheiratet mit Ernestine Goldstein (1853-1896), sechs Kinder, der älteste Sohn wurde Arzt in Kattowitz, der zweitälteste Buchhalter ebd.
  • Onkel von Rb. Naftali Cohen. Jakob C. verstarb als Witwer im Augusta Viktoria-Krankenhaus in Hindenburg. „Seine endlose Menschenliebe, Herzensgüte und Hilfsbereitschaft gewannen ihm überall, namentlich auch in nichtjüdischen Kreisen Freunde und Verehrer“ (Israelit 04.05.1916, S. 5).

Dissertation

  • Einleitung zu R. Saadja Gaons Psalmenkommentar, Diss. Halle 1867.

Dokumente

  • CJA Berlin, 1, 75 A Ka 4 Nr. 3
  • Ebd. Nr. 32-33
  • Ebd. 75 D Co 1 Nr. 1, fol. 5
  • Ebd. Nr. 6, fol. 93
  • GStA PK, Rep. 94 Nr. 792 H. 2
  • Nachlaß im CJA Berlin, 1, 75 D Co 1 Nr. 1- 13
  • CAHJP Jerusalem PL/ Ka 15 (neu: P 49)
  • Archiwum Pañstwowe w Wrocław (staatliches Archiv, Breslau), Sygn. 61
  • Sterbeurkunde im Standesamt / Urząd stanu cywilnego Zabrze.

Publikationen

  • „Ansprache“, in Ferdinand Rosenthal (Hrsg.), Jacob Cohn. Festreden zum 25jährigen Amtsjubiläum des Herrn Rabbiner Dr. Jacob Cohn in Kattowitz, 1880, S. 13-19
  • Zwei Predigten zum Gedenken an Wilhelm I (1797-1888) und Wilhelm III (1831-1888), 1888
  • Geschichte der Synagogen-Gemeinde Kattowitz O. S., Kattowitz 1900; polnische Übersetzung: Historia gminy synagogalnej w Katowicach na Górnym Œląsku, Katowice 2004
  • „Zu Saadja’s Pentateuchübersetzung“, MGWJ 45 (1901), S. 566.

Literatur

  • Rosenthal (Hrsg.), Festreden gehalten beim Festgottesdienst zum 25jährigen Amtsjubiläum des Herrn Rabbiner Dr. Jacob Cohn, 1897, S. 21-25
  • Israelit 21.08.1899 (Jg. 40, Nr. 66), S. 1419
  • Israelit 05.01.1905 (Jg. 46, Nr. 2), S. 21
  • Israelit 31.07.1905 (Jg. 46, Nr. 61), S. 1310
  • JJGL 16 (1913), S. 20
  • Israelit 04.05.1916 (Jg. 57, Nr. 18), S. 4f
  • Wilke, 2009, S. 305.