BHR Biographisches Portal der Rabbiner

KRONHEIM, Emil

  • Geb. 22. April 1890 in Guttstadt (Dobre Miasto), Ostpreußen,
  • Gest. 20. Sept. 1971 in Stockholm.
  • Sohn des Kaufmanns Moses K. und der Sara, geb. Lewinson, Besuch der evang. Volksschule zunächst in Guttstadt, 1897-1900 in Braunsberg (Braniewo), anschl. Gymnasium Hosianum in Braunsberg, dort 1909 Abitur. Studium in Berlin, finanzierte sich durch Privatunterricht und Stipendien. 1915-1918 Kriegsteilnehmer zunächst als Militärkrankenwärter, später als Soldat der 17. Armee in Rußland, dann in Italien und Frankreich, schließlich als Feldrabbiner in Frankreich und Belgien. 1917 Rabbinerexamen an der HWJ. 1. März 1919 bis 1924 zweiter Rb. und Religionslehrer in Dortmund, 1923 Heirat mit Ruth Kullick aus Havelberg, Brandenburg. 1925-1926 akad. Religionslehrer der Isr. Religionsgemeinschaft Frankfurt a. M.
  • seit 1. Juni 1926 zweiter Rb. in Stockholm in „Stockholms Mosaiska Församling“. 1933 schwedische Staatsbürgerschaft
  • ausgedehnte soziale und seelsorgerliche Tätigkeit, Flüchtlingshilfe. 1949-1951 Präsient der Fredsloge (Friedensloge) U.O.B.B.
  • 1954 wurde ihm der Königliche Schwedische Vasaorden verliehen. 1963 pensioniert.

Manuskripte

  • Emil Kronheims – überwiegend private – Korrespondenz befindet sich im Staatsarchiv Stockholm.

Publikationen

  • „För krigets och förföljelsens“, Församlingsblad för Mosaiska Församlingen i Stockholm [1945?], S. 46-48
  • „Ehrfurcht vor dem Leben“, Femina 7 (1960); erneut abgedruckt in Tradition und Erneuerung 1967, Nr. 2, S. 417-420
  • „‚Du sollst nicht töten’, ein ungelöstes Problem in den fünf grossen Religionen“, Religionen und Konfessionen 5 (Zürich 1963/ 1964), S. 1300-1301
  • „Liebe und Gerechtigkeit“, Religionen und Konfessionen 6 (1964), S. 1318-1320
  • „Versöhnung und Erlösung“, Religionen und Konfessionen 6 (1964), S. 1394- 1395. Predigten, in Renate Knoll, „Emil Kronheim …“, s. u., S. 541-547
  • Veröffentlichungen in der Judisk Tidskrift (Stockholm) seit 1933 u. a. jüdischen Zeitungen in schwedischer Sprache, vgl. ebd., S. 532, Anm. 10.

Bildmaterialien

  • Renate Knoll, „Emil Kronheim …“, in Das Preußenland…, S. 535, 539.

Literatur

  • Georg Lühr, Die Abiturienten des Braunsberger Gymnasiums von 1860 bis 1916, 1916; Neuaufl. 1990, bearb. von Ernst Federau (Zts. für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands, Beiheft 8)
  • Renate Knoll, „Emil Kronheim (1890-1871), Rabbiner und Begründer der Friedensloge. Mit drei Predigten aus dem Nachlaß“, Das Preußenland als Forschungsaufgabe. FS für Udo Arnold zum 60. Geburtstag, hrsg. von Bernhart Jähnig und Georg Michels (Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung 20), Lüneburg 2000, S. 527-547.