BHR Biographisches Portal der Rabbiner

PINKUSS, Hermann Israel, Dr.

  • Geb. 30. Sept. 1867 in Nikolai (Mikołów), Oberschlesien,
  • Gest. 26. Juni 1936 in Frankfurt a. M.
  • Sohn des David P. und der Selma, geb. Steiner
  • Elementarschule in Oppeln (Opole), 1877-1886 Gymnasium, Abitur, 1886-1896 JTS und Univ. Breslau, auch Studium an der HWJ Berlin, 1894 zweiter Rabbiner an der Neuen Synagoge und Leiter der II. Religionsschule in Breslau, 1900/01-1930 Bezirksrb. in Heidelberg für die früheren Rabbinate Heidelberg, Sinsheim und Ladenburg sowie eine Anzahl Gemeinden im Umland
  • ab 1923 auch Mosbach
  • liberal und naturverbunden, organisatorischen Belangen zugewandt
  • Gründer eines Jugendvereins, hielt Vorträge im DeutschÖsterreichischen Alpenverein. Mitglied im Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen (um 1895/um 1899)
  • Mitglied des Oberrats der Israeliten in Baden, Dez. 1927 zum Vorsitzenden des Südwestdeutschen Rabbinerverbandes gewählt, Mitglied und Präsident der Friedrich-Loge Heidelberg
  • Mitglied im Hebräischen Literaturverein Mekize Nirdamim. 1930 in den Ruhestand, versah das Amt jedoch weiter, bis sein Neffe, Rb. Fritz Pinkuss, es 1932 übernahm. Seine Frau Olga, geb. Mayer, gest. Febr. 1927, war weit über den Rahmen der Heidelberger Gemeinde hinaus in der öffentlichen caritativen und sozialen Fürsorge tätig und geschätzt. Zwei Söhne
  • Bruno wurde mit seiner Frau Rosy 1943 ins KZ Auschwitz deportiert, Richard emigrierte in die USA.

Dissertation

  • Die syrische Übersetzung der Proverbien textkritisch und in ihrem Verhältnisse zu dem masoretischen Text, den LXX und dem Targum untersucht, Diss. Tübingen 1893 (ZAW 14 [1894], S. 65-144; Sepr.-Druck Gießen 1894.

Dokumente

  • UA Tübingen 131/42a, 215; 131/42b, 28
  • CJA Berlin, 1, 75 C Ra 1 Nr. 7, 319
  • Ebd. 75 E Nr. 286, fol. 1
  • Warszawa, Wr. 113, Personalia Dr. H. Pinkuss, Religionslehrer und stellvertr. Rabbiner, 1894-1900
  • LDA BW
  • Yadvashem, Gedenkblatt u. Liste von Opfern aus den Niederlanden.

Publikationen

  • „Festpredigt zur Einweihung der Synagoge in Weinheim“, Verordnungsblatt 27.12.1906, (Nr. IX, V), S. 68-71
  • Gedächtnisrede, gehalten beim Trauergottesdienst für Se. Kgl. Hoheit Großherzog Friedrich I. in der Synagoge zu Heidelberg am 6. Oktober 1907, Heidelberg 1907
  • Ansprache, gehalten am Bitt- und Bettage, Samstag, dem 8. August 1914 in der Synagoge zu Heidelberg, Heidelberg 1914. Rezensionen in der MGWJ.

Epigraphik

  • Grabstein (Nr. 519) für Olga und Hermann Pinkuss in Heidelberg auf dem Bergfriedhof, Rohrbacher Straße; darunter eine kleine Gedenktafel für P.’s Sohn Bruno Leopold (1903/Heidelberg-1944/Auschwitz) und seine Frau Johanna Rosy, geb. Kaufmann (1902/ Frankfurt a. M.-1944/Auschwitz).

Literatur

  • Israelit 23.04.1900 (Jg. 41, Nr. 32/33), S. 652
  • Brann, Geschichte JTS, 1904, S. 187
  • IFH 10.02.1927
  • JLZ 04.10.1927 (Jg. 7, Nr. 39/40), S. 8, zum 60. Geburtstag
  • UOBB, S. 245
  • JLZ 16.04.1930 (Jg. 10, Nr. 16), S. 7, zum 30jährigen Amtsjubiläum
  • PK Baden- Württemberg, S. 311, 314
  • Walk, Kurzbiographien, S. 296
  • Susanne Döring, „Die Geschichte der Heidelberger Juden (1862-1918)“, Geschichte der Juden in Heidelberg, mit Beitr. von Andreas Cser u. a., Heidelberg 1996, S. 217-347, hier S. 241-244
  • Udo Wennemut, „Zur Geschichte der Juden in Heidelberg in der Weimarer Republik“, Geschichte der Juden in Heidelberg, mit Beitr. von Andreas Cser u. a., Heidelberg 1996, S. 348-439, hier S. 369-371.