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Hausberge 144 Inschriften (1720-1953)

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TEI P5

Projekt

Dieses Projekt geht auf die Initiative der Schul-AG "Jüdischer Friedhof Hausberge" der Gesamtschule Porta Westfalica zurück.

Lage

Der Friedhof befindet sich auf einem Hügelkamm, nördlich der Kempstraße.

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Geschichte

Die genaue Entstehung des Jüdischen Friedhofs in Hausberge ist nicht bekannt. Erstmas schriftlich erwähnt wurde der Friedhof 1618, als die Juden der Stadt Minden und 1621 als die im Fürstbistum Minden wohnenden Juden mit dem Recht ausgestattet wurden, ihre Verstorbenen auf dem Friedhof in Hausberge zu bestatten, nachdem der bisher genutzte jüdische Friedhof von Minden dem damaligen Ausbau der Stadtbefestigung weichen musste. 1895 erwarb die jüdische Gemeinde zu Minden ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück. Damit besaß die Mindener Gemeinde wieder einen eigenen Friedhof, den heute noch genutzten Friedhof am Erikaweg.

Der Friedhof in Hausberge teilt sich in zwei Bereiche auf, der rechte und deutlich kleinere Teil wurde von der jüdischen Gemeinde in Hausberge genutzt, der linke wesentich größere Teil von der Mindener Gemeinde. Der älteste Grabstein auf dem Hausberger Teil stammt aus dem Jahr 1797, er wurde Anschel genannt Ascher gesetzt, der Sohn des Sanvel genannt Samuel war. Der Grabstein ist rein hebräisch beschriftet. Der erste rein deutsch beschriftete Grabstein auf dem Hausberger Teil stammt aus dem Jahr 1868. Er wurde dem Knaben Max Michelsohn gesetzt und es ist häufig zu sehen, dass derartige Neuerungen zuerst auf Kindergrabsteinen auftauchen. Am Haupteingang des Friedhofs befindet sich das Urnen-Mausoleum der Familie Michelsohn, in Form eines kleinen Säulenportikus. Von Mai bis Oktober 2015 wurde das Urnen-Mausoleum aufgrund einer Initiative von der Gesamtschule Porta Westfalica saniert. Insgesamt wurden 15.000 Euro eingesetzt, 10.000 Euro hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bewilligt, die restlichen 5.000 Euro sind durch Privatspenden von den Schülern eingeworben worden.

Der älteste Grabstein auf dem Mindener Teil stammt aus dem Jahr 1720 und wurde Fradel, Tochter des Bendit und Ehefrau des Feiwesch gesetzt. Der erste rein deutsch beschriftete Grabstein ist der des 1858 verstorbenen Leeser Jacobi. Sein Grabstein und der seiner ein Jahr nach ihm verstorbenen Gattin Julie Jacobi geb. Abel sind die ersten rein deutsch beschrifteten Grabsteine des Friedhofs. Es sind prozentual gesehen deutlich weniger Grabsteine rein deutsch beschriftet, allerdings fand die letzte Bestattung auf dem Mindener Teil auch schon 1907 statt, während auf dem Hausberger Teil noch bis weit in die 1930er Jahre bestattet wurde.

Literatur

Pracht-Jörns, Elfi: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold, Köln 1998, S.393-415

Hinweis

Die Nummerierung besteht jeweils aus vier Ziffern, die 1000er Nummern geben die Grabsteine des Hausberger Teils an, die 2000er die Grabsteine des Mindener Teils. die 100er Nummern geben die jeweilige Reihe an in der sich der Grabstein befindet und die 10er die Grabsteinnummer innerhalb der Reihe. So ist beispielsweise der Grabstein 1402 von Wolff Michelsohn senior der 2 Grabstein der 4. Reihe auf dem Hausberger Teil und der Grabstein 2235 von Therese Wolfers geb. Gans der 35. Stein der 2. Reihe des Mindener Teils des Friedhofes.

Edition

Anna Martin

Fotografie

Kietzmann (2019); Karl-Wilfried Pultke (2019/20); Anna Martin (2020)

Förderer

Finanziert wurde das Projekt durch das Förderprogramm "Heimat-Fonds" des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie durch die Stadt Porta Westfalica und über die Schul-AG und ihren Förderverein.

Zitation der digitalen Edition

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Hausberge (1720-1953 / 144 Einträge)
URL: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hau

 

Steinheim-Institut
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