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Heinsberg 13 Inschriften (1704-1938)

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TEI P5

Projekt

Die Dokumentation der jüdischen Friedhöfe im Kreis Heinsberg wurde von Johannes Maximilian Nießen erstellt. Gefördert durch die Geschwister-Zabel-Stiftung wurde diese Dokumentation im Frühjahr 2019 bearbeitet und in epidat aufgenommen. Neben dem Friedhof in Heinsberg sind auch die Friedhöfe in

Erkelenz

Gangelt

Geilenkirchen

Randerath

Schwanenberg

und Wassenberg dokumentiert worden.

Lage

Der jüdische Friedhof in Heinsberg liegt an der heutigen Erzbischof-Philipp-Straße.

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Geschichte

Der neue Heinsberger jüdische Friedhof (PRACHT [1997]: heute 1459 m2; um 1956 noch 2878 m2 Veränderung des Friedhofsareals mit Einverständnis der jüdischen Institutionen) wurde um 1800 im Dreieck Linderner Straße / Erzbischof-Philipp-Straße / Klevchen angelegt, nachdem der bereits dreimal belegte und wieder aufgefüllte Friedhof im Dreieck Linderner Straße / An der Judengasse von der französischen Besatzungsmacht geschlossen worden war (vgl. BEREN [1933] 20f., FRANKEN [1980] 109). Die letzte Bestattung des Viehhändlers Simon Randerath (Grabstein Nr. 6) fand 1938 statt. Während des Nationalsozialismus wurde der Friedhof durch Schändungen und Bombentreffer verwüstet; Grabsteine aus dem 18. Jh. wurden vernichtet und Grabsteine bzw. Inschriftenplatten sollen verkauft worden sein (vgl. PRACHT [1997] 440f.). Heute präsentieren sich elf erhaltene Steine kreisförmig um einen Gedenkstein mit Davidstern (Grabstein Nr. 13) angeordnet; der Grabstein von Abraham Falk aus dem Jahre 1704 (Grabstein Nr. 8) ist der älteste im gesamten Kreisgebiet erhaltene und deutet damit auf eine Umbettung vom alten Heinsberger jüdischen Friedhof hin. Ein weiterer, möglicherweise noch älterer Grabstein eines gewissen Jizchak steht unmittelbar am heutigen Eingang des Friedhofs (Grabstein Nr. 0001). Am 28.05.2008 erfolgte die Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt Heinsberg (vgl. http://www.limburg-bernd.de/DenkHei/Nr.%20121.htm).

Der älteste heute noch existierende Grabstein nennt das Jahr 1704 und stammt somit vom alten Friedhof. Die letzte Bestattung fand 1938 statt.

Literatur

BEREN, A.: Aus der Geschichte der Juden im Jülicher Land, vornehmlich im 17. und 18. Jahrhundert, in: Heimatkalender der Heinsberger Lande (1933), 15-21.

FRANKEN, Wilhelm: Vom gelben Ring zum gelben Stern Die Geschichte der Juden im Heinsberger Land, in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg (1980), 103-118.

FUNKEN, Heinz-Peter: Schicksal der Juden im Kreis Heinsberg in: Museumsschriften des Kreises Heinsberg (4/1983), 93-100.

NIESSEN, Johannes Maximilian: 'Zeuge dieser Hügel und Zeugin diese Stele' (Gen 31:52). Die hebräischen Sprachdenkmäler auf den jüdischen Friedhöfen im Kreis Heinsberg, in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg (2016), 109-122.

PETERS, Dieter: Land zwischen Rhein und Maas. Land tussen Rijn en Maas. Genealogische Daten von jüdischen Friedhöfen in der ehemaligen Rheinprovinz und der niederländischen Provinz Limburg, Kleve: Eigenverlag MOSAIK-Archiv 1993. S. 172.

PRACHT, Elfi: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil I: Regierungsbezirk Köln (Beiträge zu den Bau- und Kulturdenkmälern im Rheinland, Bd. 34.1), Köln: J.P. Bachem Verlag 1997, 438-443.

REUTER, Ursula: Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande VIII.8), Bonn: Habelt-Verlag 2007, S. 47f.

Archivalische Quellen

StA Heinsberg, Bestand Amt Heinsberg-Land, Nr. 817; 1777.

Präsentation des alten Heinsberger Friedhofes auf KuLaDig

Präsentation des neuen Heinsberger Friedhofes auf KuLaDig

Abbildung von Simon Randerath: Kreisarchiv Heinsberg (KrAHS) F3 Nr. 1

Edition

Johannes Maximilian Nießen, für epidat bearbeitet von Anna Martin

Fotografie

Johannes Maximilian Nießen

Förderer

Das Projekt wurde gefördert durch die Geschwister-Zabel-Stiftung.

Zitation der digitalen Edition

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Heinsberg (1704-1938 / 13 Einträge)
URL: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hei

 

Steinheim-Institut
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