BHR Biographisches Portal der Rabbiner

ROMANN, Philipp, Dr.

  • Geb. 3. März 1810 in Heidingsfeld b. Würzburg,
  • Gest. 17. Aug. 1842 in Kassel
  • 1826 zum Gymnasium in Würzburg
  • 14. Okt. 1830 imm. als cand. phil. an der Univ. Würzburg und Besuch der Jeschiwa von Oberrb. Abr. Bing als Studienfreund des späteren Würzburger Rb. S. B. Bamberger, 1834 prom. Würzburg, 1836 Rabbinatssubstitut das., neuorthodoxer Richtung
  • Mai 1836 gewinnt er die Rb.-Wahl in Kassel mit 3 : 2 Vorsteherstimmen gegen den thüringischen Reformer Mendel Heß. 31. Aug. 1836 eingesetzt zum Gemeinderb. in Kassel, zum Provinzialrb. für Niederhessen und zum provis. Landesrb. für Kurhessen, 28. Okt. 1837 definitiv zum Landesrb. berufen. 13. Mai 1838 Heirat mit Laurette Rinald.

Dissertation

  • Über die Mythologie der alten Völker, Diss. Würzburg 1834. Lt. Lazarus, „Kassel“, S. 598, promovierte er Dez. 1833 in Erlangen.

Dokumente

  • StA Marburg, 18/2751, vom 8. Sept. 1835, Bericht des israelitischen Vorsteheramtes zu Kassel über die 25 Bewerber für die Stelle des Landesrb. (über frdl. Mitteilg. von Herrn Dr. Gottfried Mehnert)
  • HStAWiesbaden, Abt. 365, Nr. 489 und 490, jüd. Trauungs- und Sterberegister Kassel.

Publikationen

  • Provisorisches Schema über die Einrichtung und Eintheilung des Jugend-Unterrichts in den isr. Religions- und Elementarschulen der Provinz Niederhessen, Kassel 1836.

Literatur

  • WZJT 1837, S. 143f, mit seinen bei einer Lehrerprüfung in Würzburg gestellten Fragen
  • Orient 1840, S. 128-130, 137-138, Anwürfe von „Dr. B[üdinge]r“ gegen R.; „dieser ist [...] ein modern gebildeter Mann, sehr vertraut mit der französischen Sprache, und trägt eine Brille, die er, um sein Gewissen nicht zu belasten, sich am Sabbat nachtragen läßt von einem Christen“, wie er auch in jeder Hinsicht „einen fast mittelalterlichen Fanatismus bis zur Absurdität heuchelt, der im Keime schon jedes Fortschreiten auf dem Gebiete des Cultus hemmt“. Ehrenrettung R.s von -th- in IA 1840, S. 228
  • Nachrufe AZJ 1842, S. 548-550; Orient 1842, S. 288, 291: „Ungeachtet er den Gottesdienst wider Erwarten Vieler meist in der alten Weise fortbestehen ließ, zollte man doch seiner gewissenhaften Frömmigkeit allgemeine Anerkennung“
  • Japhet, „Wetzlar“, S. 280: „Der frühe Tod Romanns erregte allgemeine Teilnahme in jüdischen und selbst außerjüdischen Kreisen, denn schon war in allen Gemeinden Deutschlands sein Ruf verbreitet und unter der gebildeten Orthodoxie war sein Name mit Ruhm genannt“
  • Lazarus, „Kassel nach der Fremdherrschaft“, S. 598-607, schließt mit dem „Eindruck einer höchst sympathischen, wenn auch nirgend über das Mittelmaß herausreichenden Persönlichkeit“
  • Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 431f; Bd. II, S. 65
  • Schorsch, „Rabbinate“, S. 247
  • Schimpf, Hessen, S. 115f
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 32
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 321f, 463, 499, 527.